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Michael King Michael King aus Herford schrieb am 4. September 2017 um 17:24:
Die JVA Herford hat die Idee aufgegriffen und erweitert. Vier inhaftierte junge Erwachsene haben über Wochen in Gesprächen mit Ansprechpartnern der Fachdienste sowie Ehrenamtlichen von sich und ihrer zum Teil dramatischen Flucht erzählt. Den vorhandenen Titel der Ausstellung kehrten die Gefangenen um in „Sieh nicht weg!“ anstelle von „Schau mich an“. Es geht darum nicht wegzuschauen und nicht im Plural von Inhaftierten, Nationalitäten oder Religionszu-gehörigkeiten zu sprechen. Das Gefängnis ist ein Spiegelbild der Gesellschaft. Hier leben Jugendliche und junge Erwachsene aus verschiedenen Nationen, Kulturen und Migrationshintergründen nahe zusammen. Geflüchtet und Straffällig werden oft in einem Atemzug genannt. Jedoch sind es Menschen mit jeweils verschiedenen Schicksalen, die ganz individuell von ihren guten und schlechten Erfahrungen und ihren Traumata berichten. Manche der Teilnehmer aus Marokko, Eritrea, Afghanistan und dem Münsterland überraschte das ehrlich gemeinte Interesse an ihren Erzählungen. Die Kriminalstatistik verweist darauf, dass es sich bei den Zuwanderern primär um junge Männer handelt. Bei den in Deutschland geborenen und lebenden Menschen ist diese Altersgruppe der jungen Männer ebenso am höchsten belastet. Kriminalität hängt nicht mit einer Staatsangehörigkeit zusammen, sondern in der Regel mit konkreten Lebenslagen. Letztlich sind so genannte Ausländer oder Geflüchtete so unterschiedlich wie andere Menschen auch – weder sind alle nett und harmlos, noch sind alle gemein und gefährlich. Danke für die Initiative und die sehr gut umgesetzten Geschichten und Gesichter.